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Pavillon der Firmen Nietzschmann & Wommer

oder spöttisch: Die "Wurstbude"

Der Nietzschmann- Wommer Pavillon auf der STIGA
Stadtgeschichtliches Museum
Modell 2022 nachgebaut
Foto privat

Architekt Paul Möbius (1866–1907) ersann den Ausstellungspavillon für Fleischermeister Gustav Nietzschmann (ansässig in der Kolonnadenstr.) und für die Maschinenfabrik Wilh. Wommer (ansässig am 1888 eröffneten neuen Schlachthof – heute MDR). Der Ausstellungspavillon Nietzschmann-Wommer, bewundert in der Fachwelt, machte Möbius bekannt. Bodo Wildberg be- schrieb den Pavillon als vom Hergebrachten stark abweichend mit gewagt humoristisch-fantastischen Motiven, die einen gewissen Schwung entwickeln. So ist der Begriff Jugendstil 1897 erstmalig in Verbindung zur Architektur aufgekommen. Architektonisch wird der Pavillon später dem monumentalen Jugendstil zugeordnet. Der Pavillon (spöttisch „Wurstbude“ genannt) hatte eine Haupthalle mit zwei Seitenflügeln. Spannende Details sind zum Beispiel: Würste auf den Gabelspitzen der Seitendächer und ein Schwein mit Lorbeerkranz auf einer Stele, umgarnt von jungen Frauen in wehenden Kleidern.

Bei Ausstellungseröffnung wich König Albert, seine Prinzen und Oberbürgermeister Dr. Georgi von der Protokollstrecke ab, um sich von Gustav Nietzschmann im Pavillon einige Erklärungen geben zu lassen.
In der Haupthalle wurden vor den Besuchern zum Beispiel Brühwürstchen, kalter Aufschnitt und Ochsenmaulsalat hergestellt. Im rechten Seitenflügel ließ man es sich bei einem frischen Trunk Bier der Gohliser Aktienbrauerei (1/4 Liter 10 Pfg.) schmecken.

Wilhelm jr. und Otto Wommer, Söhne des 1893 verstorbenen Firmengründers Wilhelm Wommer (Gründung 1870) zeigten im linken Seitenflügel Maschinen und Geräte für Fleischerei und Wurstfabrikation, z. B. Wiegeapparat und Rotations-Fleisch-Schneidemaschine (Patent Wommer), aber auch Neuheiten anderer Firmen, z. B. Alu-Fabrikate, E-Motore, Kühltechnik.

Nach Ausstellungsende wurden der Pavillon und alle anderen Gebäude beseitigt. Es entstanden zwei Schutthügel – die „Große“ und die „Kleine Warze“. Als Kinder rodelten wir diese hinunter … Die Geschichte dazu kannten wir nicht … Einige Gebäude zogen um und manche existieren noch heute …

Der Wommer-Fleischereimaschinenbau entwickelte sich weiter. Besonders Saxonia-Fleischereimaschinen der Gebr. Wommer produzierte man in hohen Stückzahlen, diversen Typen und Größen. 1920 waren circa 200 Mitarbeiter
in der Gießerstr. 47 beschäftigt. Auch nach dem 2. Weltkrieg und in der DDR lief die Fleischereimaschinenproduktion. Die Schlachthof-Schließung 1991 war ein Grund zum Aus der Fertigung in Leipzig am letzten Standort in der Kantstraße.

Das 2017 von uns erbaute Pavillonmodell soll an die Tradition unserer Ahnen erinnern, aber auch an Stadtgeschichte und Jugendstil. Das Modell im Maßstab ca. 1:50 entstand mit diversen Techniken, z. B. Siebdruck für Fenster und Dach und 3D-Druck für Gesimse und Stele.

Nur wenige Vorlagen standen zur Verfügung. Rückfront und Farbe von Dach und Fassade sind spekulativ. In einer alten Zeitschrift konnten wir vor einiger Zeit lesen: Das Dach war „blutroth“!

Wenn Sie z. B. alte Fotos zum Pavillon oder Hinweise zum Verbleib des Keilers haben, bitte melden!

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