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Standort und Gelände

Haupteingang zum Ausstellungsgelände
Lithografie von 1897
Standort und Gelände
Plan der Stadt Leipzig mit dem Ausstellungsgelände
Werbetüte der Firma E. Hoffmann (Vorderseite) von 1897
Blick über das Ausstellungsgelände
Werbetüte der Firma E. Hoffmann (Rückseite) von 1897

Chefarchitekt: Arwed Roßbach

Größe: 400.000 m²

Gesamtkosten: 3.364.000 Mark

Gelände

Die Stadt Leipzig stellte ein großflächiges Terrain zwischen Scheibenholz, Johannapark und Nonnenholz zur Verfügung. Bereits 1894 legte der Königlich Sächsische Baurat Arwed Roßbach einen Masterplan zur umfassenden Gestaltung des zukünftigen Ausstellungsgeländes vor. Im Anschluss daran erfolgte die Trockenlegung der sumpfigen Wiesen und die Errichtung von Schleusenbauten, Brücken, Teichen, Gärten sowie der Anschluss an die Strom- und Wasserversorgung, an die Sächsische Staatsbahn und die städtische Straßenbahn. Auch an Droschkenhalteplatz, Güterbahnhof und eine Materialbahn für das Gelände wurde gedacht. Die elektrische Kraftzentrale und eine elektrische Rundbahn mit acht Stationen sollten ebenso wie die Verwaltungsbauten, Feuer-, Polizei- und Sanitätswachen oder die Poststation den alltäglichen Ausstellungsbetrieb sicherstellen.

Geländebebauung

Für die Bebauung wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Neben dem Leipziger Stadtbaurat Hugo Licht jurierten namhafte Architekten wie Paul Wallot oder Gabriel von Seidl diesen Wettbewerb.

Die temporäre Architektur wurde zumeist in Leichtbauweise – vielfach Holz, Gipsdielen und Fachwerk sowie das als Xylolith bekannte Steinholz, Wellblech oder ein mit Putzmörtel versehenes Drahtgewebe  – errichtet. So lässt sich auch die beeindruckende Rekonstruktion ganzer historisierender Gebäudekomplexe erklären.

Der Architekturwettbewerb zur Ausstellungsbebauung brachte folgendes Ergebnis:

  1. Preis: Architekt Heinrich Tscharmann
  2. Preis: Architekt Hans Enger
  3. Preis: Architekt Franz Hannemann

 

Darüber hinaus wurden Entwürfe vom Architekturbüro Schmidt & Johlige und vom Architekten Fritz Drechsler angekauft. Die Jury empfahl allen ausgewählten Architekten als Konsortium einen gemeinsamen Entwurf auszuarbeiten, was auch in dieser Form umgesetzt wurde.

Architektursprache

Die Architektursprache der Ausstellungen war ausgehend von den Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts ein wichtiges Kommunikations- und Stilmittel geworden. So boten historisierende Rückgriffe die Möglichkeit Heimat und Ferne zu romantisieren. Auf der STIGA waren das der Nachbau der Wartburg, das Thüringer Dörfchen, das Altleipziger Messviertel oder der Nachbau von Schloss Taufers in Tirol. Von der Möglichkeit des visionären Bauens auf anderen Ausstellungen stärker als auf der STIGA Gebrauch gemacht. Moderne Bauten gab es dennoch. So war die Halle für Landwirtschaft, Sport und Hygiene als ein funktioneller Eisenkonstruktionsbau errichtet worden. Die Haupthalle lehnte sich an internationale Weltausstellungsarchitektur an und brillierte im Inneren mit modernen Jugendstildekorationen. Ebenso die Hauptgastwirtschaft, die schon in ihrer äußeren Gestaltung Formen und Ornamente des Jugendstil aufgriff.

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